Brief an Kardinal Lehmann zu dessen Presseerklärung vom 18.3.2004 zum Kinofilm “Die Passion Christi”

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Am 18.3.04 haben Kardinal Lehmann, Bischof Huber und Präsident Paul Spiegel eine gemeinsame Erklärung zum Film “Die Passion Christi” veröffentlicht.
Dazu folgender Brief an Kardinal Lehmann:

Hochwürdigster Herr Kardinal Lehmann,

erlauben Sie mir zu der gemeinsamen Presseerklärung zum oben genannten Film einige Bemerkungen. Offensichtlich war diese Erklärung mit Ihren Mitbrüdern nicht abgestimmt; denn schon im Vorfeld waren ja andere Ansichten zu lesen z. B. in Hamburg. Inzwischen haben einige Bischöfe den Film gesehen und kommen zu einer anderen Einschätzung als Sie. Auch hat der Sprecher des Heiligen Stuhls den Antisemitismusvorwurf zurückgewiesen. Es ist wieder einmal der Eindruck entstanden, dass hier übereilt einer gewissen Presse nachgegeben wurde. Auch ist offensichtlich, dass unter den Bischöfen keine einheitliche Meinung zum Film besteht.

Warum dann diese eilige Presseerklärung? Der Vorgang hat dem Ansehen der Bischofskonferenz geschadet, was sehr zu bedauern ist.

Zum Film selbst: Die internationale Presse meldet, dass sich bis jetzt zwei Mörder nach Anschauen des Films bekehrt und bekannt haben sowie zwei Einbrecher und Bankräuber. Ist es nicht deprimierend zu sehen, dass sich in 2000 Jahren die Verhältnisse kaum geändert haben?

Die Verbrecher begreifen es, die Mehrzahl der Schriftgelehrten und Amtsträger nicht.

Mit freundlichem Gruß
Dr. Michael Schneider-Flagmeyer

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