“Längst fällige Aussagen”

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Zum Artikel „Abrechnung mit der Basis“ (TV vom 26. September 2002) –

Der Art und Weise der Darstellung in oben genannten Artikel muss widersprochen werden. Im Gegensatz zu Verfasserin bin ich und mit mir viele gläubige Katholiken der Meinung, dass diese predigt von Kardinal Meisner vor der Herbstversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda schon längst überfällig war.

Wenn der Kardinal sagt: „manche unserer Einrichtungen verdunkeln den katholischen Glauben“ und später „Unsere Institutionen verdienen nicht die Bezeichnung katholisch, wenn sie nicht von überzeugten katholischen Christen getragen werden“, so hat er einfach Recht mit diesen Behauptungen.

Kardinal Meisner ist Hoffnungsträger für Millionen von Katholiken im deutschen Sprachraum, und er weiß sehr wohl, wovon er spricht. Wenn nun das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ( ZdK ) entrüstet dagegen hält: „Wer käme denn überhaupt noch in die Kirche, wenn nicht die Verbände“, so zeigt es damit einen enormen Realitätsverlust auf. Diese aufgebrachte Nervosität der Verbände ( womit außer ZdK auch der Jugend – Dachverband BDKJ.
Frauenverband kfd, die katholischen Arbeitnehmer, die sich ebenfalls angesprochen fühlten, gemeint sind ) bestätigt, dass Kardinal Meisner den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Dir Kirche kann und darf nicht der Spielball für den politischen Verbandskatholizismus sein. Zum anderen ist festzustellen, dass das ZdK den Anspruch längst verloren hat, „das Organ zu sein, für die deutschen Katholiken zu sprechen“, da es sich ständig kontrovers zur Amtskirche verhält. Manche Gläubigen der katholischen Kirche fragen sich schon seit Jahren, ob es seitens der Kirche noch sinnvoll ist, mit katholischen Steuergeldern Einrichtungen und Verbände zu finanzieren, die im Grunde eine Kirche wollen, die mit der Kirche Jesu Christi nicht mehr das Geringste zu tun hat.

Paul Lehnen, 54314 Greimerath

Erschienen im Trierischen Volksfreund am 8. Oktober 2002

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