“Zu Unrecht Anstoß genommen”

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Zu den Artikeln „Leiden für das Werk Gottes“ und „Restauration im Vatikan“ (TV vom 5./6. und 7. Oktober 2002):

War der Artikel von Peer Meinert noch erträglich, so lässt sich Gleiches über den Beitrag von Michael Schmitz leider nicht sagen. Beide nehmen an der kurzen Zeit zwischen Tod und Heiligsprechung Anstoß. Zu Unrecht: Das Procedere ist vereinfacht worden und die Heiligsprechung des Padre Pio war kaum viel später nach seinem Tod erfolgt als die von Josemaria Escrivá, und bereits jetzt spricht man von dem Gedanken, Mutter Teresa selig zu sprechen.

Michael Schmitz hat offensichtlich nachgeforscht. Er sprach ausführlich mit dem Leiter der Trierer Sektion des Opus Dei, Padre Arquer, „liberal gesinnten Katholiken“ und dem als Opus Dei Gegner bekannten Journalisten Peter Hertel. Über die Opus Dei Verehrung von Bischof Reinhard Marx weiß er zu berichten, erlaubt sich aber bezüglich der Heiligsprechung den Satz: „Fragen kann man den Trierer Bischof dazu nicht, er ist derzeit im Urlaub.“ Der größte Mangel des Beitrags ist das ständige Berufen auf „Kritiker“, „fortschrittlich gesinnte Christen“ und „wir sind Kirche“. Wenn man über katholische Themen informieren will, sollte man sich wenigstens auf katholische Quellen berufen. Und das nicht mit „fortschrittlich – kritischem“ Vorbehalt, wie dort, wo er über sein Gespräch mit Padre Arquer berichtet.

Offensichtlich hat Michael Schmitz vom katholischem Glauben keine Ahnung. Das braucht in nicht daran zu hindern, auch über das Opus Dei zu schreiben. Aber wäre nicht Padre Arquer ein besserer Interview–Partner gewesen als ausgerechnet Peter Hertel, der Hans–Dampf in allen Gassen.

Michael Bannes, 54311 Trierweiler

Erschienen im Trierischen Volksfreund am 2. November 2002

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